• the_wiz@feddit.org
    link
    fedilink
    Deutsch
    arrow-up
    1
    arrow-down
    15
    ·
    1 day ago

    Es kommt halt jetzt auf die persönliche Position an… ich habe so ein wenig den Eindruck aus deinem Post, dass du das Konstrukt “Staat” als ganzes ablehnst (legitime Position, aber nicht meine).

    Fahnenappell wird es wohl kaum geben, zum Glück hatte Deutschland nie eine derart übersteigerte Wertschätzung für den Lappen wie er z.B. bei den Amis zu finden ist. Und was die morgendlich Nationalhymne angeht: Da sind wir doch eigentlich ganz gut aufgestellt und haben bei weitem nicht so ein martialisches Zeug wie viele andere Länder. Ich meine die darin vorkommenden Werte sind doch eigentlich etwas, das jeder so unterschreiben könnte:

    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland! Danach lasst uns alle streben brüderlich mit Herz und Hand! Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand

    (Auch wenn ich - als Wessi - den Text von “Auferstanden aus Ruinen” schöner finde)

        • belastend@slrpnk.net
          link
          fedilink
          arrow-up
          1
          ·
          7 hours ago

          Sollte man aber. Ich bewerte den Staat nicht daran, wie toll seine Hymne oder wie cool seine Flagge ist, sondern was er für uns tut.

    • Saleh@feddit.org
      link
      fedilink
      arrow-up
      16
      ·
      1 day ago

      Was hat eine Ablehnung von übersteigertem Nationalismus mit der Ablehnung von Staatlichkeit zu tun?

      Auf welcher Grundlage kommst du zu dem Schluss, dass es keine weitere Eskalation zu mehr nationalistischem Symbolismus kommen wird, nachdem die AfD durchgesetzt hat, dass überall die Fahne hängen soll? Gerade bei Nationalisten und anderen Rechtsextremen hat sowohl die deutsche Geschichte, als auch die deutsche Gegenwart und die Gegenwart zahlreicher anderer Länder wie z.B. den USA gezeigt, dass es niemals genug Nationalismus sein wird. Dieser wird immer weiter gesteigert. Im Übrigen fanden die Nazis das Konzept der Amerikaner so toll, dass sie es zur Indoktrination der Kinder im dritten Reich übernommen haben.

      Und bzgl. der deutschen Nationalhymmne. Wenn man ständig betonen muss, wer oder was man vermeintlich ist, ist es ein guter Indikator, dass man es nicht ist.

      • the_wiz@feddit.org
        link
        fedilink
        Deutsch
        arrow-up
        3
        arrow-down
        8
        ·
        1 day ago

        Vom übersteigerten Nationalismus ist man mit der Fahne (und meinetwegen der Nationalhymne) noch weit, weit entfernt. Wir hier in DE haben in vielerlei Hinsicht ein etwas komisches Verhältnis zur eigenen Nation… ich merke das immer wieder deutlich wenn ich entweder drüben beim vietnamesischen Teil meiner Familie bin oder aber wenn wir Besuch von drüben bekommen:

        Während dort auch außerhalb von Fußball Großereignissen oft und gerne die Fahne ans Haus gehangen wird und ein gewisser Patriotismus einfach vorhanden ist, hat man hierzulande oft genug den Eindruck, dass es vielen Menschen fast peinlich ist wenn irgendwo die Nationalhymne gespielt oder gar die Flagge rausgeholt wird…

        Wie kann man verhindern dass es zu einer Eskalation kommt? Ganz einfach: Man überlässt den Nazis eben nicht die Symbolik der eigenen Nation.

        • Saleh@feddit.org
          link
          fedilink
          arrow-up
          10
          ·
          1 day ago

          Zu Fußballereignissen hängt auch überall die deutsche Flagge. Die Flaggen hängen auch überall dort, wo sie wegen Repräsentanz angebracht sind. Also bei Regierungssitzen, Parlamenten, vor dem städtischen Rathaus… Vor Schulen, einfachen Ämtern, Polizeistationen und Gerichten haben sie meiner Meinung nach nichts zu suchen. Dies sind gerade die Orte, an denen die Nation zurücktreten muss, weil die Werte wie Gleichbehandlung und Gleichberechtigung im Umgang der staatlichen Vertreter mit den Bürgern nicht auf die Nationalität schauen darf. Genauso darf die Bildung nicht aus der Nation heraus erwachsen, sondern sie muss von der Nation unabhängig sein, sowohl inhaltlich wie auch symbolisch.

          Und das komische Verhältnis zur Nation liegt darin begründet, dass deutscher Nationalismus zuletzt in einem Jahrzehnt 30-40 Millionen Menschen ermordet hat. 7 Millionen davon in industriellen Vernichtungslagern.

          • Quittenbrot@feddit.org
            link
            fedilink
            arrow-up
            1
            arrow-down
            3
            ·
            1 day ago

            Dies sind gerade die Orte, an denen die Nation zurücktreten muss, weil die Werte wie Gleichbehandlung und Gleichberechtigung im Umgang der staatlichen Vertreter mit den Bürgern nicht auf die Nationalität schauen darf.

            Ja, man kann allerdings auch argumentieren, dass diese Fahne genau für diese Werte stehen kann und diese Stellen entsprechend kennzeichnet. Das ist in einem etatistischen, bürgerlichen (iSv dem Bürger gehörenden) Land wie bspw. Frankreich viel selbstverständlicher, ohne in plumpen Nationalismus auszuufern. Es kommt ja darauf an, was wir der Fahne für eine Bedeutung zuschreiben und daraus machen.

            • belastend@slrpnk.net
              link
              fedilink
              arrow-up
              1
              ·
              7 hours ago

              In Frankreich hat das AfD-Äquivalent 33% der Stimmen bekommen. Da ist schon lange ein plumper Nationalismus.

              • Quittenbrot@feddit.org
                link
                fedilink
                arrow-up
                1
                ·
                6 hours ago

                Es geht um den Gebrauch/die Wahrnehmung der Fahne.

                Ob Le Pens RN diese Werte hat, weil vor staatlichen Gebäude die französische (und europäische) Flagge weht, weiß ich nicht.

          • the_wiz@feddit.org
            link
            fedilink
            Deutsch
            arrow-up
            1
            arrow-down
            5
            ·
            1 day ago

            Vor Schulen, einfachen Ämtern, Polizeistationen und Gerichten haben sie meiner Meinung nach nichts zu suchen. Dies sind gerade die Orte, an denen die Nation zurücktreten >muss, weil die Werte wie Gleichbehandlung und Gleichberechtigung im Umgang der staatlichen Vertreter mit den Bürgern nicht auf die Nationalität schauen darf.

            Hmm, das sehe ich anders. Auch Gerichte, Polizeistationen etc. sind Orte die eine “staatstragende” Funktion haben, und darauf mit der Flagge aufmerksam zu machen ist nach meiner Meinung nichts verkehrtes. Was die Gleichbehandlung angeht: Natürlich darf die Nationalität hier nicht völlig in den Hintergrund treten - jemand mit einer deutschen Staatsbürgerschaft hat andere Rechte (und Pflichten!) als jemand der sich hier “nur” im Rahmen einer anderern Aufenthaltsform aufhält.

            • Saleh@feddit.org
              link
              fedilink
              arrow-up
              4
              ·
              1 day ago

              Welche Pflichten hat ein Staatsbürger ggü. der Polizei oder den Gerichten, die ein Nicht-Staatsbürger nicht hat? Mir fällt bei Gerichten höchsten ein, dass man zum Schöffen berufen werden könnte, was sehr unwahrscheinlich ist. Aber auch da hat man keine Pflicht ggü. der Nation, sondern ggü. seinen Mitbürgern, egal welche Staatsbürgerschaft sie haben.